Geschichte der Biotechnologie und der Fermentationstechnik
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Biotechnologie

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GESCHICHTE DER BIOTECHNOLOGIE

Periode Produkte Bioreaktoren Mikroorganismen

6000 v. Chr.
bis 14. Jahrhundert

Bier, Brot, Wein,
Milchprodukte

Gärbottiche,
Holzfässer

Unbekannt

14. Jahrhundert
bis 19. Jahrhundert

Essig

Gärbottiche, Kupferbottiche

Wilde Stämme, Rezirkulation

ab 1900 - Klassische Fermentationstechnik

Zitronensäure, Hefe, Butanol

Geschlossenen Reaktoren, unsteril

Reinkulturen

ab 1940 - Moderne Fermentationstechnik

Penicillin

Sterile Reaktoren, Sauerstoff-regelung

Stammentwicklung durch Mutation

ab 1980 - Neue Fermentationstechnik

Einzellerprotein, Insulin, Interferon

Verfahrenstechnik, Computereinsatz

Stammentwicklung durch Gentechnik






Biotechnologie wurde von Menschen bereits vor 8.000 Jahren betrieben. Ohne die zu Grunde liegenden biologischen Abläufe zu kennen, verwendeten zu dieser Zeit die Bewohner des Zweistromlandes bereits Mikroorganismen zur Herstellung von Bier und einem dem Wein ähnlichen Getränk.

In späterer Zeit lernte man, mit Hilfe von Hefen Sauerteig herzustellen und Milchsäurebakterien zu verwenden, um Milch in Käse oder Joghurt umzuwandeln und dadurch haltbarer zu machen.

Aber erst im 19. Jahrhundert erkannten Wissenschaftler wie Louis Pasteur mit Hilfe der Mikroskopie und der Biochemie, dass Mikroorganismen für eine Vielzahl von Stoffumwandlungen verantwortlich sind, die der Mensch seit Jahrtausenden nutzt.

Der Begriff "Biotechnologie" wurde 1919 von dem ungarischen Ingenieur Karl Ereky geprägt und als Summe aller Verfahren definiert, mit denen Produkte aus Rohstoffen unter Zuhilfenahme von Mikroorganismen erzeugt werden.

Die moderne Biotechnologie nutzt sowohl Mikroben als auch höhere Organismen und deren Bestandteile unter Einbeziehung von Erkenntnissen und Methoden aus der Chemie, Physik und Fertigungstechnik. Als Bestandteile von Organismen besitzen speziell die Enzyme - also Eiweißstoffe, die chemische Reaktionen in der Zelle katalysieren - in der Biotechnologie einen hohen Stellenwert.

Als eine sanfte Technologie hat die Biotechnologie u.a. in den Bereichen Medikamentenherstellung, Naturstoffproduktion, Lebensmittelverarbeitung oder Abluft-, Abwasserreinigung und Bodensanierung herkömmliche chemische und physikalische Prozesse erfolgreich ersetzt und Verfahren ermöglicht, die mit geringerem Rohstoff- und Energieaufwand bei deutlich verminderter Umweltbelastung stattfinden. Aber auch in der Grundlagenforschung sind die Methoden zur Kultur von Zellen und Geweben im Labor vorwiegend den Fortschritten in der Biotechnologie zu verdanken.